Zugegeben: Ich bin ein Verpackungsfetischist. Die glitzernde Welt der Dougletten, die fabelhafte und zum Teil weniger fabelhafte und ja auch überteuerte High-End Kosmetik an die Frau bringen, zu verlassen, hat mir dennoch nur einen Seufzer gekostet.

Wer suchet, der findet. So heißt es ja. Und das habe ich. Nämlich Ersatz. Irgendwann in den letzten paar Monaten, fasste ich den Entschluss (er dümpelte langsam vor sich hin) nur mehr natürliche Pflegeprodukte inklusive Make-up in meinen Einkaufskorb wandern zu lassen. Warum? Ganz einfach: Ich lege Veto gegen alle Produkte ein, in denen sich unendlich viele Inhaltsstoffe finden, die weder ich noch die Chemiker unter meinen Freunden aussprechen können, noch wissen, was sich dahinter verbirgt und dessen Wirkungen ich zu meinem Selbstschutz (wenngleich es auch ein bisschen ironisch klingt) gar nicht recherchieren möchte.

Die Idee auf Octtyldodecyl PCA, Simethicone und Fluorphilogopite (ein direktes Zitat von einer Verpackung, die ich gerade in den Händen halte) zu verzichten, erscheint mir also prinzipiell keine blöde. Tschüss, chemische Cocktails. Später habe ich noch gelesen, dass bis zu 60% der Bestandteile, die wir auf die Haut auftragen, in unserer Blutbahn landen. Hui, ganz schön viel, dachte ich und schluckte erstmal.

Wer einmal angekommen ist, findet sich in der neuen Welt eigentlich schnell zurecht (ich verlinke euch auch ein paar Shops, die ich bis jetzt für mich entdeckt habe). Naturkosmetik bildet eigentlich genau das gleiche Spektrum ab, wie Drogeriemarkt und Parfümerie: Es gibt billig und teuer. Die Ausrede, dass es ist schlecht für mein Börsel ist, konnte ich mir also gleich schenken. Gut und auch nicht unbedingt teuer. Das lernte ich zuerst. Eine Mascara fängt bei vier Euro an. Eine Hautcreme bei etwa fünf Euro. Teilweise kaufe ich sogar günstiger als früher. Auch das habe ich bis jetzt mitgenommen.

Wie nachhaltig und „gut“ die Produkte tatsächlich sind, ist aber sehr unterschiedlich. „Naturkosmetik“ ist kein geschützter Begriff und mit Formulierungen wie „aus natürlichen Inhaltsstoffen“ kann sich jeder das Etikett aufrüschen. Verschiedene Siegel verraten (ich verlinke hier und hier), wie ernst die Hersteller ihre Versprechungen genommen haben – allerdings gibt es viele Marken, die nicht zertifiziert sind, aber ebenfalls nach strengen Standards produzieren. Denn eine Zertifizierung ist für Unternehmen mit hohen Kosten verbunden. Aber so prinzipiell tut Natur auch unserem Planeten gut: Tierversuchsfrei, Wirkstoffe aus kontrolliert biologischen Anbau, 100% biologisch abbaubar, vegan, hergestellt in Deutschland oder garantiert ohne genetisch modifizierte Inhaltsstoffe sind nur ein paar Eigenschaften, die als Vorzüge gelistet sind und mich anlachen. So drehe ich also zukünftig brav das Produkt meiner Wünsche um und schaue, wie gut es für mich und für die Umwelt ist. Ist doch gar nicht so schwer, oder?

Im Schnelldurchlauf sind das die Gründe, warum ich mich für diesen Schritt entschieden habe. Zu Ende gegangen bin ich ihn jedoch noch nicht. Zuerst brauche ich meine alten Produkte auf und rüste dann nach dem Ecco-Prinzip nach, habe ich entschieden. Ein Drittel ist bereits geschafft, way more to go. Öko-Goldstandard wäre natürlich so manches selber herzustellen wie z.B. DIY-Deo, aber der Reihe nach.

 

Nun, wie versprochen meine Lieblinge und Empfehlungen:

  • In der grünen Welt der Parfümerie Staudigl in der Wollzeile findet ihr internationale Naturkosmetikmarken. Ein Shop für jene, die sich gern etwas gönnen möchten, eine gute Beratung suchen und in erlesenen Produkten schwelgen wollen. Im ersten Stock versteckt sich übrigens auch ein kleiner Beautysalon. Online ist die neue Welt aber auch zu begehen.
  • Die Damen und Herren von Little Rabbit aus Klosterneuburg haben sich dem Mineral Make up verschrieben (ich besitze schon ein paar Sachen), also Mineralien, die aus der Erde kommen zu Make up verarbeitet. Die Produkte wären zertifizerbar, sind es aber wegen der hohen Kosten noch nicht.
  • Auf Ecco Verde finden ihr über 8.800 Naturkosmetik-Produkte von internationalen Herstellern und es werden laufend mehr. Von Körperpflege-Produkten bis hin zu einer breiten Auswahl an Make-up gibt es auf Ecco Verde alles. Shoppen ohne Warteschlange. Der Selbsttest zeigt: Sicheres Einkaufen, gute Produkte.
  • Bei Amazingly sorgt sich ein niederländisches in Berlin ansässiges Pärchen, um eure Haut. Bei jedem Einkauf unterstützt ihr außerdem einige sehr tolle Initiativen. Durchschnittlich 4% vom Umsatz gehen an Wohltätigkeitsprojekte. Auch super: Beinahe alles ist als Probiergröße bestellbar.
  • Wer es lieber persönlich mag, geht ins Reformhaus seines Vertrauens und kann neben Lippenstift und Duschgel, vielleicht auch seinen Einkauf erledigen.

PS. Produkte gibt es natürlich gleichermaßen für Frauen und Männer.

Hier geht’s zu Teil 1 der Blog Serie: Finger weg von der Ökodiktatur! Mach mal langsam